DEONTOLOGISCHE THEORIEN

Diese Theorien begründen Normen unter völligem Ausschluss der Konsequenzen einer Handlung. Das Richtige ist hier ein unabhängiger, selbstständiger Wert, der in der Handlung selbst liegt. Kennzeichen deontologischer Theorien der Ethik ist also, dass sie - im Gegensatz zu teleologischen Theorien - die moralische Richtigkeit von Handlungen nicht ausschließlich danach bemessen, ob und in welchem Umfang die Handlung Güter wie Glück, Lust, Erkenntnis usw. realisiert oder zu realisieren verspricht, sondern auch oder ausschließlich danach, ob die Handlung von einer bestimmten inneren Beschaffenheit ist, eine Handlung bestimmten Typs ist. Moralische Normen wie die, ein Versprechen zu halten, keine Unwahrheit zu sagen oder seine Schulden zurückzuzahlen, sind für eine deontologische Ethik in sich selbst, ungeachtet der jeweiligen Folgen der vorgeschriebenen Handlungsweise, gültig und büßen auch in solchen Fällen nichts von ihrer Verbindlichkeit ein, in denen die Konsequenzen ihrer Befolgung in irgendeinem Sinne schlechter sind als die ihrer Nichtbefolgung.

Die deontologische Ethik ist jedoch der teleologischen nicht diametral entgegengesetzt. Vielmehr enthalten alle bekannten deontologischen Theorien ausdrücklich oder unausdrücklich teleologische oder utilitaristische Elemente. Der grundlegende Unterschied besteht darin, dass der Regelutilitarismus die Verbindlichkeit einer jeden Regel allein an der gesellschaftlichen Nützlichkeit der Regelbefolgung orientiert, während deontologisch verstandene Pflichtprinzipien beanspruchen, in sich selbst verbindlich zu sein - völlig unabhängig vom Eintreten etwaiger guter oder schlechter Folgen.

Als wichtigstes Beispiel einer deontologischen Ethik gilt der Kategorische Imperativ von Immanuel Kant.

Vertreter der deontologischen Ethik: Adam Smith (1723-1790), Immanuel Kant (1724-1804), David Ross (1877-1971)

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