RATIONALISMUS

Dem Rationalismus zufolge kommt der Vernunft bzw. dem Verstand Priorität gegenüber der Sinneserfahrung zu als Begründungsinstanz für Erkenntnisansprüche. Die philosophische Strömung des Rationalismus geht also davon aus, dass es Wahrheit "a priori" gibt, das heißt, dass Erkenntnis nur ein Zurückerinnern an die der Seele bereits bekannten Zusammenhänge ist (Platons Ideenlehre) oder ein Zweifeln mit Methode (Descartes).

Quelle der Erkenntnis ist die Vernunft. Die Vernunft ist die Fähigkeit des Menschen, in Allgemeinbegriffen und logischen Zusammenhängen zu denken. Nichts kann als gewiss und gültig angenommen werden, bis es nicht von der Vernunft geprüft worden ist; Gefühle und Erfahrungen gelten als unsichere, mindere Erkenntnisformen. (So scheint es, als gehe die Sonne auf und unter - dabei bewegt sich die Erde um die Sonne und dreht sich um sich selbst.) Damit ist allerdings auch festgelegt, dass alle Erkenntnis vom Subjekt ausgehen muss, dass die Tätigkeit der Vernunft des Subjekts, sein Bewusstsein, das Entscheidende ist, auch wenn angenommen wird, dass diese Vernunft für jeden Menschen, sofern er ein vernunftbegabtes Wesen ist, dieselbe sein muss.

Weitere Vertreter des Rationalismus sind neben Descartes Baruch Spinoza (1632-1677) und Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716).