|
|
HISTRIONISCHE PERSÖNLICHKEITSSTÖRUNGDer Begriff der "Hysterischen Persönlichkeit" wurde von Freud geprägt und ist in der Bevölkerung nach wie vor in Verwendung. In der aktuellen Version des DSM findet man dazu die histrionische Persönlichkeitsstörung, deren Hauptmerkmal eine tief greifende, übertriebene Emotionalität und ein übermäßiges Streben nach Aufmerksamkeit darstellt. Die Betroffenen tendieren dazu, ständig im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen und reagieren oft verärgert, wenn dies nicht der Fall ist. Durch dramatische Aktionen, Enthusiasmus und Koketterie versuchen sie, die Bewunderung der anderen auf sich zu ziehen. Ihr sexuelles Verhalten ist oft unangepasst provokant und verführerisch und wird in den meisten sozialen und beruflichen Beziehungen eingesetzt. Die körperliche Erscheinung ist den betroffenen Personen besonders wichtig. Sie neigen weiters dazu, sich einem übertriebenen Gefühlsausdruck hinzugeben und sich selbst zu dramatisieren. Eigene Gefühle und jene anderer Personen werden übertrieben und öffentlich zur Schau gestellt. Die dargestellten Emotionen wirken oft unecht und vorgetäuscht, da sie schnell von einer Gefühlsdimension in eine andere fallen. Die betroffenen Personen sind sowohl durch Modeerscheinungen in der Gesellschaft, aber auch durch ihnen wichtige Autoritätspersonen leicht zu beeinflussen. Sie sehen viele zwischenmenschliche Beziehungen wesentlich persönlicher als sie es in Wirklichkeit sind. Menschen mit einer histrionischen Persönlichkeitsstörung beschreiben Schwierigkeiten in emotionalen oder sexuellen Beziehungen echte emotionale Tiefe zu empfinden. Sie versuchen, ihre Partner durch emotionale Verführung zu kontrollieren und zu manipulieren, wobei sie aber andererseits eine deutliche Abhängigkeit zur Schau stellen. Die Personen suchen nach der unmittelbaren Befriedigung und ungewöhnlichen Aufregungen. Um genügend Aufmerksamkeit zu erlangen, werden auch Suizidandrohungen ausgesprochen. zurück zu den Persönlichkeitsstörungen
|