KONFLIKTE - KONFLIKTBEWÄLTIGUNG

Intraindividuelle Konflikte

Interindividuelle Konflikte

Intraindividuelle Konflikte:

Ein Konflikt liegt immer dann vor, wenn in einer Situation zwei oder mehr unverträgliche (d.h. nicht gleichzeitig durchführbare) Verhaltensweisen zur Verfügung stehen.

Seit Lewin ist es üblich, drei Arten von Konflikten zu unterscheiden:

  • Appetenzkonflikt (Annäherungskonflikt): Man muss sich zwischen positiven Alternativen entscheiden (z.B. zwischen zwei möglichen Partnern).
  • Aversionskonflikt (Vermeidungskonflikt): Man hat die Entscheidung zwischen negativen Alternativen (z.B. Lernen oder Versagen bei der Schularbeit).
  • Appetenz - Aversions - Konflikt: Ein und dasselbe Objekt (bzw. eine Verhaltensweise) hat positive und negative Aspekte und löst daher gleichzeitig Annäherungs- und Vermeidungstendenzen aus (z.B. ein Job, der zwar ein hohes Einkommen, aber auch viel Zeit bringt).

Es lassen sich verschiedene zeitliche Phasen eines Konflikts unterscheiden. Zuerst kommt die VORENTSCHEIDUNGSPHASE, die meistens als unangenehm gespannt erlebt wird und deren Dauer in Abhängigkeit von Situations- und Persönlichkeitsvariablen beträchtlich schwanken kann. Dann kommt die ENTSCHEIDUNG selbst. In der Regel entscheidet man sich für die attraktivste verfügbare Alternative (bei Aversionskonflikten für das geringste Übel). Bei Appetenz - Aversions - Konflikten ist der Entscheidungsprozess äußerst kompliziert. Hier können die verschiedenartigsten Konfliktlösungen auftreten: Vermeidung der Situation, Zögern, Wahl einer Ersatzlösung anstelle des ursprünglich angestrebten Objekts, Schwanken zwischen mehreren Ersatzlösungen usw. Mit der Entscheidung ist der Konflikt keineswegs bereinigt. In der NACHENTSCHEIDUNGSPHASE treten Zweifel an der Richtigkeit der Entscheidung, Rationalisierungen und Neubewertungen der Alternativen auf.

Interindividuelle Konflikte:

Sherif unterscheidet drei Konflikttypen:

  • Verteilungskonflikte: Die Konfliktparteien streiten sich um "das größte Stück des Kuchens"; sind eher selten, auch wenn sie oft vorgeschoben werden
  • Beurteilungskonflikte: Sie entstehen dadurch, dass unterschiedliche Informationen Entscheidungen beeinflussen.
  • Bewertungskonflikte: Sie entstehen, weil wir unterschiedliche Interessen, Ziele, Werte und Verhaltensregeln haben.