SOZIALE ROLLEN

Eine Rolle wird bestimmte durch einen Komplex von Verhaltenserwartungen, auch Rollenerwartungen genannt, die das Verhalten von Individuen mit bestimmten Positionen beschreiben. Die Rolle beschreibt, welches Verhalten von ihrem Träger erwartet wird.

Das Verhalten muss den Rollenerwartungen entsprechen. Wenn man die Rollenerwartungen nicht erfüllt, riskiert man, dafür mit Sanktionen belegt zu werden.

Rollen haben den Zweck, das Verhalten der Mitglieder einer Gruppe auf einander abzustimmen, damit Gruppenziele erreicht werden können. Sie dienen aber auch der sozialen Orientierung; zur Erleichterung der Orientierung haben die Gesellschaften meist Rollenkennzeichen als "Insignien" festgeschrieben (z.B. der weiße Mantel des Arztes).

Man unterscheidet zugewiesene Rollen, die durch nicht vom Individuum beeinflussbare Merkmale (wie Geschlecht, Herkunft oder Rasse) bestimmt sind, und erworbene Rollen, die vom Menschen durch persönliches Bemühen erlangt werden und auch abgelegt werden können.

Jeder Mensch ist Träger unterschiedlicher Rollen (z.B. Schüler, Freund, Tochter /Sohn, Sportler, etc.).

Immer wieder kommt es zu Rollenkonflikten. Um einen Intrarollenkonflikt handelt es sich, wenn der Rollenträger widersprüchlichen Rollenerwartungen ausgesetzt ist. Zu einem Interrollenkonflikt kann es kommen, wenn ein Mensch mehreren Rollen zur gleichen Zeit gerecht werden muss, deren Erwartungen gegensätzlich sind. Rollenkonflikte sind um so schwerer zu bewältigen, je geringer die Rollendistanz (der Spielraum, der einem Rollenträger zur Verfügung steht) und je größer die Rollenkonformität ist.

Mit der gesellschaftlichen Entwicklung und Veränderung kommt es auch zu einem Wandel von gesellschaftlichen Positionen und damit verbundenen Rollen. Zahlreichen sozialen Rollen kommt heute höchstens noch historisches Interesse zu (z.B. Ritter); bei anderen Rollen haben sich die Rollenanforderungen wesentlich geändert.