DAS GUTE - MORALISCHE WERTEDas letzte Ziel unseres Handelns muss etwas sein, das nicht wegen etwas anderem, sondern nur um seiner selbst willen erstrebt wird. Zur Frage, was das moralisch Gute, das Gute als eigenständiger Wert eigentlich sei, wurden im Wesentlichen zwei Lehren entwickelt: Die eine behauptet, die Lust (griechisch: hedone) sei dieses höchste Gut, die andere bestreitet dies und erklärt, das höchste Gut bestehe im Daseinsglück (griechisch: eudaimonia). Man bezeichnet (den beiden griechischen Begriffen entsprechend) die eine als Hedonismus, die andere als Eudämonismus. Der ethische Hedonismus vertritt die Ansicht, dass der Mensch in seinem Tun nach der größtmöglichen Lusterfahrung streben soll. Während der antike Hedonismus in der Regel individualistisch bzw. egoistisch ausgerichtet ist (jeder einzelne soll für sich selbst nach Lusterfahrung streben), entwirft besonders der neuzeitliche Utilitarismus die Spielart eines universalistischen Hedonismus (bei Bentham z.B. ist das größte Glück der größtmöglichen Zahl das Ziel). Eudämonistische Lehren betrachten das - sehr unterschiedlich verstandene - Glücklichsein (damit sind nicht augenblickliche Momente von Freude oder Lusterfüllung gemeint, sondern eine dauerhafte Haltung, die der Mensch zu sich und der Welt erworben hat, wenn er seinem Wesen entsprechend lebt) als das höchste erstrebenswerte Gut. Vornehmlich wird das Glück begriffen als das Leben gemäß der Tugend (z.B. Aristotelische Tugendlehre, Sokrates), als größtmögliche Lust (vgl. Hedonismus), als Abwesenheit von Schmerz oder als Erfüllung des eigenen Wollens (z.B. Thomas von Aquin). |
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