TELEOLOGISCHE THEORIENTeleologische Theorien gehen davon aus, dass der Wert einer Handlung dann gut ist, wenn das angestrebte und erreichte Ziel, der beabsichtigte und realisierte Zweck gut sind. Es zählt daher nicht nur die Absicht oder der Wille allein, sondern auch die Folge einer Tat. Die Frage ist also, ob es allgemein akzeptierbare Ziele menschlichen Handelns gibt, die gut sind und angestrebt werden sollen. Jede teleologische Theorie benötigt also unbedingt eine Werttheorie. Zuerst wird das Gute festgelegt (das ist bei deontologischen Theorien nicht notwendig), dann erfolgt die Maximierung des Guten. Eine der ersten großen teleologisch orientierten systematischen Ethikentwürfe stammt von Aristoteles. Er ging von einer Hierarchie von Handlungszielen aus, die sich gegenseitig bedingen. An deren Spitze steht notwendigerweise ein Ziel, dem alle anderen untergeordnet sind, das um seiner selbst willen angestrebt wird, also nicht mehr, um etwas anderes zu erreichen: das Glück. Ethik war für Aristoteles die Darstellung des vernünftigen Handelns des Menschen als Tugend und als ein höchstes, Glückseligkeit verheißendes, Gut. Als ethisch bezeichnet er das dem Ethos der Polis entsprechende Handeln - das tugendhafte Bestreben nach Glückseligkeit wird in der Philosophie als Eudämonismus bezeichnet. (Mehr zu Aristoteles´ Ethik) In der Neuzeit wurde eine ähnliche Theorie des Guten formuliert, die unter dem Begriff
Utilitarismus bekannt geworden ist. Der Nutzen kann vom egoistischen Standpunkt aus gesehen werden, nur im Hinblick auf den Nutzen für die eigene Person (ein extremer Vertreter dieser Richtung war Max Stirner), das eigene Unternehmen (ungezügelter Kapitalismus, Neoliberalismus), das eigene Volk (Nationalismus, Imperialismus), die eigene Rasse - oder aber für die menschliche Gesellschaft insgesamt. Als Urvater des Utilitarismus (= Nutzenethik) gilt Jeremy Bentham. Von ihm stammt der Satz: "Die Handlung ist die beste, welche das höchste Maß an Glück für die größte Anzahl von Menschen erreicht." Bentham macht in seinen Ausführungen die vier Grundprinzipien der Nutzenethik deutlich:
John Stuart Mill hat in der Nachfolge Benthams dessen Glücksbegriff, der an der reinen Sinneswahrnehmung orientiert ist, erweitert. Mill betont auch die Freuden des Geistes, der Gefühle und der Phantasie. Von ihm stammt der drastische Ausspruch: "Es ist besser, ein unzufriedener Mensch zu sein als ein zufrieden gestelltes Schwein; besser ein unzufriedener Sokrates als ein zufriedener Narr." Genau genommen lassen sich zwei utilitaristische Theorien unterscheiden:
Man muss allerdings auch die Schwächen und Fragwürdigkeiten des utilitaristischen Ansatzes bedenken:
Vertreter einer utilitaristischen Ethik: Jeremy Bentham (1748-1852), John Stuart Mill (1806-1873), Henry Sidgewick (1838-1900), George Edward Moore (1873-1958), J.J. Smart (* 1920), H.L.A. Hart (* 1907). |
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