DISSOZIATIVE STÖRUNGEN
Von einer dissoziativen Störung spricht man, wenn die Fähigkeit das
Erlebte zu assoziieren, also in einen sinnvollen Zusammenhang zu stellen,
gestört ist. Das bedeutet, dass die Rekonstruktion des Ablaufs im Nachhinein
nicht mehr möglich ist.
Als dissoziative Störungen bezeichnet man:
- dissoziative Identitätsstörung (früher: multiple Persönlichkeit)
- psychogene Amnesie: Vergessen wichtiger persönlicher Daten, welches
nicht organisch bedingt ist und auch nicht mit dem gewöhnlichen Vergessen
erklärt werden kann.
- psychogene Fugue (psychogenes Weglaufen): ist dadurch
gekennzeichnet, dass eine Person sich an einem Ort wiederfindet, ohne zu
wissen, wie sie dorthin gelangt ist, bzw. eine neue Identität annimmt, ohne
sich an die ursprüngliche zu erinnern.
- Depersonalisationsstörung oder -neurose: Veränderung in der
Selbstwahrnehmung bzw. im Selbsterleben; das eigene Tun erscheint abgespalten
und mechanisch.
Dissoziation ist ein Zustand, in dem man
sich aus der Realität distanziert fühlt, entweder Tagträume hat oder Dinge
ausführt, deren man sich nicht ganz bewusst ist (sie "funktionieren
automatisch").
Die Fähigkeit zu dissoziieren besitzt jeder Mensch in unterschiedlichen
Ausprägungen (Kinder unter 5 Jahren eher als Erwachsene).
Die Anfänge einer Dissoziation liegen bereits in einer stärkeren Form der
Gedankenabwesenheit (z.B. man fährt eine Strecke, die man sehr gut kennt;
plötzlich ist man am Ziel und weiß nicht, wie man dahin gekommen ist;
"Autobahntrance"). Diese Disssoziationen sind vorübergehender Natur und durchaus
nützlich; sie können bei Bedarf (z.B. Gefahrensituation) aufgehoben werden. Dann
aber gehen sie in einem qualitativen Sprung in ein System sich im Schweregrad
steigernder dissoziativer Störungen über; dieses erfährt seine stärkste
Ausprägung in der komplexen dissoziativen Identitätsstörung.
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